Caroline Fabian hält ihr "Mallorca - das Kochbuch" in die Kamera
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Auf einen Pescado a la Mallorquina mit Caroline Fabian

Die Köchin und Mallorca-Liebhaberin Caroline Fabian begeistert mit ihrem neuen Kochbuch „Mallorca – Das Kochbuch“ und lässt uns teilhaben an der mallorquinischen Kultur. In ihrem Kochbuch präsentiert sie nicht nur traditionelle Gerichte aus der mallorquinischen Küche und neue Interpretationen aus dem Mittelmeerraum – sie stellt uns auch in spannenden Geschichten die Menschen hinter den Kulissen vor. Produzenten, Bauern und Erzeuger, die nicht wegzudenken sind, aus der mallorquinischen Küche. Wir haben mit Caroline Fabian gesprochen und mehr erfahren über ihr Kochbuch und ihre Leidenschaft für die mallorquinische Küche.

Aus Liebe zur Insel und der regionalen Küche

© Caroline Fabian

Die mallorquinische Küche ist kulinarisch nicht so bekannt und in Europa nicht so weit verbreitet. Warum hast du dich ausgerechnet der mallorquinischen Küche verschrieben? Was gefällt dir daran besonders?

Das ist richtig, die mallorquinische Regionalküche ist nicht so verbreitet und bekannt, wie die des spanischen Festlands. Ich glaube das liegt daran, dass die Mallorquiner zwar (heute) stolz auf ihre Küche, aber als Inselvolk eher introvertiert sind und nicht solche großen Marketing Experten wie die Italiener oder die Franzosen. Es mussten erst Besucher, also Touristen und Einwanderer kommen, um den Mallorquinern zu sagen, wie großartig ihr Essen ist.

© Caroline Fabian

Und damit beantworte ich dir auch den zweiten Teil deiner Frage. Ich kam 2006 nach Mallorca um hier zu arbeiten und zu leben. Ich bin grundsätzlich ein neugieriger Mensch und habe alles aufgesaugt, was mir meine Umgebung zu bieten hatte. Und welches Werkzeug als das Kochen und die Liebe zum Essen eignet sich besser dafür, Kontakte zu knüpfen, Kultur und Sprache eines Landes zu lernen? Ich hätte mit meiner Kochausbildung, die in Europa immer noch auf der klassischen französischen Küche beruht ja überall hingehen können und vermutlich hätte ich an jedem Ort die einheimische Küche studiert und mit meiner Handschrift versehen. So wurde es eben die mallorquinische Küche. Dass ich darüber mal ein Kochbuch schreiben sollte, wäre mir damals natürlich noch nicht mal im Traum eingefallen.

Was gefällt dir daran besonders?

Die Vielfalt und die Einfachheit der authentischen Gerichte. Die Insel hat diese enorme Biodiversität, es gibt Kräuter, Gemüse, Obst, Landtiere, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Salz. Unter den alten Rezepten gibt es viele Schmorgerichte und Eintöpfe, was ich überhaupt sehr liebe. Aber man kann eben auch total frisch, knackig, farbenfroh und modern kochen. 

© Caroline Fabian

Was kommt auf Mallorca auf den Tisch?

Dein erstes mallorquinisches Gericht, das du auf Mallorca probiert hast, war?

Das buchstäblich erste Essen auf mallorquinischem Boden war Lamm, in feinster Form zubereitet und präsentiert von meinem damaligen Chef Josef Sauerschell. Ich kam mit dem Taxi vom Flughafen in seinem Restaurant in Deià an und durfte mir ein Abendessen von der Karte aussuchen.

Dein Lieblingsgericht aus der mallorquinischen Küche?

Der “Pescado a la mallorquina”. Fisch auf einem Bett aus Kartoffeln, Mangold oder Spinat, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Rosinen, Pinienkernen, Paprikapulver und Petersilie. Die Kombination der Aromen ist einfach ein Highlight, das Gericht ist aber einfach zu machen. Ich kenne viele Leser und habe Familie und Freunde, bei denen dieses Gericht schon fest ins heimische Repertoire aufgenommen wurde. Es ist auch großartig, wenn man Gäste erwartet!

(c) DK Verlag/Julia Hildebrand & Ingolf Hatz

Was sollte man unbedingt mal auf der Insel probiert haben?

Das kommt drauf an, was man mag und wie aufgeschlossen man ist! Ich würde als Neuling an eine gute Tapas Bar gehen, zum Beispiel in die Fischhalle vom Olivar Markt oder auch eine einfach mitten auf einem Dorf auf dem Land. Und sich dann durchprobieren – obwohl bei den Tapas natürlich auch immer Klassiker vom Festland dabei sein werden, die nicht aus der original mallorquinischen Küche stammen. Wer 100 % Mallorca auf dem Tapas Teller haben will, sollte zum Beispiel ins COR gehen. Das ist Santi Tauras neues Tapas Bar, in der er auch ganz alte Gerichte kocht. Innereien sind auch dabei und Gerichte mit Kombinationen aus Schweinefleisch und Meeresfrüchten. Klingt avantgardistisch, ist aber tatsächlich uralte Omaküche und einfach genial gemacht.

Worauf achtest du bei der Auswahl der Produkte für deine Arbeit? Welche Produkte sind essentiell für die mallorquinische Küche?

Mein Mann und ich sind ziemliche “Ökos” und das beeinflusst mich natürlich auch beim Einkaufen für meine Arbeit. Es macht mir mehr Spaß mit Gemüse zu kochen, in das ich einfach spontan reinbeißen kann. Ich bin seit vielen Jahren im direkten Austausch mit Bauern, sozusagen auch als Teil meines persönlichen Sprachlern- und Integrierungsprogramms. Aus organisatorischen Gründen kann ich nicht jeden Tag zu zig verschiedenen Höfen fahren um die einzelnen Zutaten einzusammeln, dann gehe ich zu guten Delikatessengeschäften oder auf den Markt, wo ich alles an einem Ort finde. 

© Caroline Fabian

Essentiell ist Olivenöl, generell auch Schweinefett. Dann Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte und damit kombiniert diverse Gemüse und Fisch oder Fleisch. Und natürlich vino.

© Caroline Fabian

Ein Blick ins Buch „Mallorca – Das Kochbuch“

Uns gefällt besonders gut, dass du in einem Buch „Mallorca – das Kochbuch“ (Werbung) auch die Menschen und das andere Mallorca vorstellst. Warum war es dir solch ein Anliegen, einmal hinter die Kulissen zu schauen?

In meiner Arbeit komme ich viel rum, darf die schönsten Villen von innen sehen und in Häusern mit atemberaubendem Blick oder tollen Gartenanlagen kochen. Unter meinen Kunden sind auch wahnsinnig interessante Persönlichkeiten dabei. Aber ich bin ein sehr erdverbundener Mensch. Was mich nachhaltig beeindruckt, sind eben diese Menschen hinter den Kulissen. Überall, auch auf Reisen. Was die so leisten, was sie zu erzählen haben und in der Natur in der sie ich bewegen, das fasziniert mich total und ihre Geschichten zu hören erfüllt und prägt mich.

© Caroline Fabian

Und das geht auch den beiden Fotografen des Buchs, Julia Hildebrand und Ingolf Hatz so. Mit den beiden zusammen entstand das Konzept für „Mallorca – Das Kochbuch“ und der Verlag hat es uns dann so umsetzen lassen. Unser Buch entstand ja vor der Corona-Zeit und ich wünsche mir sehr, dass jetzt in der Krise noch mehr Menschen dafür sensibilisiert wurden, wie wichtig ist Lieferketten kurz zu halten und lokale Unternehmen und Landwirte zu unterstützen, als anonyme Großhandelsketten.

Was ist das besondere an deinem Kochbuch?

Allein Haptik und Optik sind schon sehr besonders. Das Coverbild ist eine Einladung nach Mallorca, das natürliche Papier und das Layout, die wunderschönen Fotos… es ist als Gesamtwerk total stimmig, weil die Liebe, die die Fotografen und ich da reingesteckt haben, so gut rüberkommt.

(c) DK Verlag/Julia Hildebrand & Ingolf Hatz

Von vielen Lesern kommt das Feedback, dass „Mallorca – Das Kochbuch“ nicht “nur” ein Koch- sondern auch ein Lesebuch ist. Das finde ich total schön erfasst. Das machen die Reportagen über die Menschen hinter den Kulissen aus. Meine Texte über sie, habe ich so geschrieben, dass der Leser daraus auch immer etwas ableiten kann, was nicht unbedingt Mallorca spezifisch ist. In der Reportage über “Gent de la mar” (Menschen, die vom Meer leben) zum Beispiel, stelle ich zwar meinen Fischhändler vor, aber er leitet uns sozusagen als Gesicht durch ein Thema das so umfassend und ein globales Problem ist, so das jeder etwas daraus mitnehmen kann. Das Buch wird unheimlich gerne verschenkt.

Was für Rezepte können deine Leser erwarten?

Die Rezepte sind eine Mischung aus (einer schönen Mittelmeerküche, wie man sie sich im Urlaub vorstellt und aus regional mallorquinischen Rezepten. Diese sind mit einem kleinen Emblem “típic mallorquí” und einer dezent anderen Seitenfarbe gestaltet. Wo es möglich ist (also wirklich an sehr vielen Stellen) gebe ich Tipps, wie man Produkte ersetzten kann, die man in Deutschland nicht bekommt. Meine Rezepte sind nicht abgehoben, sie sind auf jeden Fall nachkochbar. Manche sind sehr einfach, manche sind etwas für ambitionierte Hobbyköche. Du musst dir vorstellen, dass ich in meinem Job als Privatköchin auch nicht mehr in Gastroküchen, sondern in ganz normalen stehe. So sind auch meine Rezepte – ganz normal.

(c) DK Verlag/Julia Hildebrand & Ingolf Hatz

Jedes Rezept hat ein Intro mit Produkt-Info, einer persönlichen Anekdote oder einem historischen Kontext zur Herkunft.  Dazwischen gibt es auch kleine Exkurse, wie zu den typischen Backwaren, die es auf der Insel gibt oder eine Anleitung wie man den Kräuterlikör Hierbas herstellt – umrahmt von wunderschönen Fotos.

Vom Privatkoch zur Kochbuchautorin

Neben deiner Arbeit als Kochbuchautorin bist du vor allem Köchin und kannst auf Mallorca gebucht werden. Wer bucht dich und für welche Anlässe?

Ich werde hauptsächlich von Familien für die gesamte Zeit des Mallorca-Urlaubs im Eigenheim oder in einer Mietfinca gebucht, häufig auch von Gruppen von Freunden oder Leuten, die sich mal einen Kochkurs im kleinen Rahmen wünschen. Dann gibt es einzelne Anlässe, die man einmal im Leben oder im Jahr feiert, wie Hochzeiten, Geburtstage oder Jahrestage. Meine Kunden sind immer Menschen, die viel Wert auf gutes Essen legen, aber auch auf einen natürliches, familiäres Ambiente und kein abgehobenes, steifes Catering.

Warum hast du dich entschieden, als Privatkoch zu arbeiten und kein Restaurant eröffnet? Oder ist das sogar in Planung?

Als ich nach dem Abi die Kochlehre begann, wollte ich einfach nur kochen. Ich hatte keinen Blick dafür, wo ich eigentlich enden wollte. Also keine Ambitionen, mal Küchenchefin zu sein oder ein eigenes Restaurant zu haben. Dass ich Privatköchin wurde, war auch eine intuitive Entscheidung, die mich die letzten 12 Jahre mit viel Freude und harter Arbeit durchs Leben getragen hat. Jetzt ist viel Umschwung in der Luft, das Schreiben des Buchs hat mich auch viel reflektieren lassen. Was da noch so kommt, kann ich noch nicht sagen.

Typisch Mallorca…

Typisch Mallorca – was ist das für dich? Was möchtest du den Menschen von deiner Wahlheimat zeigen?

Ich finde die Unaufgeregtheit der Mallorquiner – und auch der lang auf der Insel lebenden Zugereisten – sehr typisch. Die leben im Moment. Und essen und reden stundenlang! Das ist doch herrlich. Ich finde es schön zu sehen, wie sich Gruppen entspannen und zurücklehnen, wenn sie mich auf ein Weingut oder zum Olivenbauern begleiten. Selbst auf dem Markt, wo am Stand jeder Kunde einzeln beraten wird, mit einem Plausch versehen als gäbe es keine Riesenwarteschlange. Da muss man einfach loslassen und das akzeptieren. Das entspannt.

© Caroline Fabian

Zum Schluss bitte noch ein paar kulinarische Insidertipps!

Restaurant-Tipp: Wo kann man auf Mallorca – abgesehen von dir – besonders lecker mallorquinisch essen? Welches Restaurant empfiehlst du?

Jedem Besucher würde ich raten, mittags in einfache Lokale zu gehen und das “Menu del día” zu bestellen. Da hat man oft zwei Vorspeisen zur Auswahl, zwei Hauptgänge, Dessert, Wein und Wasser enthalten. Einfache Küche, die überraschend gut sein kann und wenig kostet. So habe ich schon das ein oder andere mallorquinische Gericht kennengelernt.

Es gibt so viele großartige Restaurants, die Szene strotzt nur so vor Tatendrang und Liebe zum lokalen Produkt. Die Restaurants von Santi Taura in Palma sind ein Muss. „Andana“ das neue von Maca de Castro auch (Palma). Maria Solivellas Ca na Toneta in Caimari ist ein Klassiker, eine Dorfperle ist das Daica in Llubí, Rebellen gibt’s im Brut (Llubí) und im Terrae (Port Pollença), sowie in Palma im Clandestí.

In Valldemosssa sieht man Küchenchef Niko vom El Taller auch im hauseigenen Garten die Zutaten ernten. In Manacor liebe ich das Can March. Mit Meerblick die Reisgerichte im El Bungalow in Ciutat Jardin (Palma) oder im Son Tomás in Banyalbufar. Mein Mann und ich gehen am liebsten ins Es Brollador nach Esporles, ins Es Passeig in Puerto de Sóller und natürlich, wenn es ein besonderer Abend sein darf zu meinen ehemaligen Chefs Nori und Josef Sauerschell ins Es Racó dès Teix in Deià.

Hol dir jetzt Mallorca nach Hause!

(c) DK Verlag/Julia Hildebrand & Ingolf Hatz

Danke, liebe Caroline, dass du dir Zeit für unser Interview genommen hast. Und falls ihr jetzt selbst auch Lust habt, mehr über die mallorquinische Küche zu erfahren und euch Mallorcafeeling nach Hause zu holen, könnt ihr „Mallorca – das Kochbuch“ hier (Werbung) bestellen.

Jetzt mitmachen und „Mallorca – das Kochbuch“ gewinnen!

Aufgepasst, wir bringen euch Mallorca nach Hause. Mit ein bisschen Glück könnt ihr jetzt ein Exemplar von Caroline Fabians Buch „Mallorcas – das Kochbuch“ gewinnen. Wir verlosen 3 Kochbücher unter unseren treuen Lesern. Schickt uns eine Mail an hallo@genau-meine-welt.com und verratet uns, welches kulinarische Highlight ihr besonders auf Mallorca liebt. Das Los entscheidet – am 25.06.2021 werden die drei glücklichen Gewinner gezogen und informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück!

4 Comments

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    Richard

    Ein wirklich schönes Kochbuch. Kann ich nur empfehlen. Als Hobbykoch musste ich mir das Kochbuch meiner Lieblingsinsel natürlich kaufen. Ich habe auch schon das ein oder andere Gericht nachgekocht und meine Familie mit einem Mallorca Abendessen überrascht. Klare Empfehlung.

    • Annett Sievers

      Annett Sievers

      Großartig, lieber Richard. Danke für deinen Kommentar. Es ist doch immer etwas ganz besonderes, wenn man auch im Alltag mal mit kulinarischen Genüssen ein bisschen Urlaubsfeeling spüren kann! Damit lässt sich dann die Zeit bis zum nächsten Mallorcaurlaub wunderbar überbrücken.
      Viele Grüße
      Annett & Knut

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    Eni Bonitz

    Ein frisch gefangener St. Petersfisch in Colonia San Pere ist immer mein erstes Highland auf Mallorca. Am besten im Restaurant Xa Xarxa, direkt am Meer bei einem perfekten Sonnenuntergang.
    So beginnt mein Traumurlaub!

    • Annett Sievers

      Annett Sievers

      Oh, das klingt soooo himmlisch und weckt auch bei uns sofort Urlaubsgefühle. Petersfisch mit Meerblick und Sonnenuntergang. Perfekt!

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