Mann macht Foto mit dem Handy von Port de Soller auf Mallorca
Mallorca,  Wanderungen

Wanderung Mallorca – Port de Sóller GR 221

Mallorca ist ein Eldorado für Wanderer. Ob gemächliche Wanderung oder anspruchsvolle Trails: für jeden Geschmack findet sich die passende Route. Wir möchten euch heute eine sehr schöne Wanderung im Nordwesten der Insel Mallorca bei Port de Sóller auf dem GR 221 vorstellen, die Ruta de Pedra en Sec, also der Trockenmauerroute.

Ideale Wanderung auch für Kinder oder den Vierbeiner

Das Schöne an dieser Wanderung bei Port de Sóller auf einem Teilstück des traumhaften GR 221 auf Mallorca: Man kann die Tour auch mit Kindern oder Hunden bewältigen. Der Streckenverlauf ist meist gemäßigt, allerdings ist die Route hin und wieder gespickt mit einigen Tücken: Wurzelwege wechseln sich ab mit Schotterpisten, und anspruchsvolle Abschnitte mit groben Felsen sowie einige Auf- und Abstiegspassagen gilt es zu meistern. Insgesamt ist die Wanderroute sehr abwechslungsreich, sowohl was den Untergrund als auch die Umgebung und Ausblicke anbelangt.

Der Startpunkt

Karte von der Wanderung bei Soller GR 221

Den Einstieg zur Wanderung findet man an der Calle de Soller (Ma-1134), kurz hinter dem Abzweig von der Calle de Port nach dem Bachlauf auf der linken Seite. Eine mit Pflastersteinen erbaute kurze Auffahrt markiert praktisch den Startpunkt. Wenn man mit dem Mietwagen anreist, befindet sich an der Calle de Soller in etwa 1 km Entfernung zum Einstieg der Wanderung ein öffentlicher Parkplatz (sonntags kostenfrei), sodass eure Wanderung bald beginnen kann.

Natursteinweg - der Beginn der Wanderung auf Mallorca

Märchenhafter Wald

Die gepflasterte Auffahrt hinaufgehen, dann links halten und dem 2 Meter breiten Weg folgen, bis ihr zu einer Karte kommt, an der während der Saison häufig ein Mallorquiner frisch gepressten Orangensaft zum Verkauf anbietet. Hier habt ihr die Wahl, in welcher Richtung eure Wanderung verlaufen soll. Man kann von hier aus in zwei Richtungen starten, ich wählte die „klassische“ Route am Zaun entlang über Sóller nach Can Bleda und von dort zurück nach Port de Sóller.

Die traumhafte Aussicht lässt zum ersten Mal Innehalten

Der Weg ist sehr gut begehbar, nach zweihundert Metern kommt ihr an ein Schild „GR 221 Richtung Sóller“. Hier rechts abbiegen und fröhlich durch den märchenhaften Wald marschieren, entlang einiger Häuser. Nun geht es bergauf auf schmalem Pfad entlang an groben Felsen, bis sich oben angekommen der Blick auf Soller offenbart, unter euch liegt das Landhotel Ca N’Ai mit seinem ungewöhnlich geformten Pool. Der Blick auf das Hotel und das dahinter liegende Sóller ist traumhaft.

Wundervoller Ausblick über Soller, die Berge und das Hotel Ca N'Ai

Vorbei an duftenden Orangen und Zitronen

Der Weg schlängelt sich durch einen wunderbaren Wald und es geht wieder bergab in Richtung Cami de Binidorm, an dem sich einige Häuser befinden. An der Gabelung angekommen haltet ihr euch rechts Richtung Deia auf dem asphaltierten Weg. Vorbei ein duftenden Zitrusplantagen schlängelt ihr euch nun wieder hoch ins Gebirge auf dem Cami de Son Sales während ihr Sóller hinter euch lasst. Tipp: Je nach Saison hängen die Bäumen links und rechts des Weges voll mit Zitronen, Orangen oder Mandarinen. Pflückt euch dringend mal die ein oder andere Zitrusfrucht, duftet und probiert sie. Sowas habt ihr bestimmt noch nicht gerochen. Einfach unfassbar diese Qualität. Wenn ihr kocht und den Abrieb einer Mallorca-Zitrone oder Orange verwendet, werdet ihr den Geschmack einer Zitrone oder Apfelsine völlig neu definieren.

Mediterrane Landschaft mit Palmen und Kaki-Bäumen

Zeit für ein kleines Picknick

Es geht weiter hoch ins Gebirge entlang verschiedener Fincas und Häuser und auch dem einen oder anderen Esel. TIPP: Achtet bitte immer auf die kleinen Holzpflöcke, auf denen die Richtungspfeile eurer Route stehen, damit ihr keine unnötige Ehrenrunde drehen müsst. 40 Meter vor dem Ende dieses Weges, der in ein Privatgrundstück mündet, steht ein solcher Holzpflock und markiert etwas unscheinbar positioniert die Marschrichtung nach rechts auf einen aufsteigenden schmalen Geröllweg. Kurz nachdem ihr auf diesen romantischen Weg abgebogen seid, kommt eine schöne und nahezu ebenerdige Rastmöglichkeit mit tollem Blick auf Sóller. Der Platz ist wie geschaffen für eine kleine Rast nach dem doch anstrengenden Startabschnitt.

Ausblick über die weite Landschaft der Tramuntana

Frisch gestärkt schlängel ich mich auf schmalem Terrain und teils fiesem Geröll und immer wieder gespickt von Zaundurchlässen hoch nach Can Bleda entlang knorriger Olivenbäume und alter Trockensteinmauern, von denen auch der Name dieser Wanderroute stammt. Dieser traumhaft schöne und wildromantische Streckenabschnitt verlangt einiges ab, sowohl von Mensch als auch Material: Festes Schuhwerk, im Idealfall Trekking- oder Wanderstiefel sind hier Pflicht.

Tipp: Die Zaundurchlässe bitte immer wieder verschließen, damit keine wild umherlaufenden Ziegen oder Schafe die eigene Finca verlassen. Auch markieren die Zaundurchlässe Privatgrundstücke der jeweiligen Besitzer. Die Passage ist geduldet, wenn jedoch die Türen von Besuchern nicht geschlossen werden, könnten die Besitzer die Passage künftig verweigern, sodass Wanderungen nicht mehr möglich wären.

Son Mico – ein Geheimtipp unter Wanderern

Oben angekommen geht ihr durch die Pforte und achtet wieder auf den Holzpflock, der euch den Weg durch das kleine Privatgrundstück schleusenartig weist. Nur wenige hundert Meter weiter gelangt ihr nach etwa 75 Minuten Wanderung zum Landhotel Son Bleda. Dort könnt ihr einkehren und leckeren Kuchen oder andere Speisen und Getränke genießen.

Wenn ihr das Hotel Son Bleda links liegen lasst und auf die andere Straßenseite wechselt, befindet sich oberhalb die Finca Son Mico. Tipp: Geht nicht den geteerten Weg, denn dieser ist für Autos gedacht, er ist nicht schön und auch viel länger. Achtet auf den kleinen und ziemlich unscheinbaren Wanderer-Wegweiser der direkt in der ersten Kurve zur Finca weist. Der Weg ist schöner als die Passage über die Straße und viel kürzer. Oben angekommen werdet ihr mit einem wundervollen Ausblick und leckerem Kuchen verwöhnt.

Blick auf die Berge und das Hotel Son Bleda
Natursteinweg, eine kleine Kapelle und die Berge im Hintergrund

Wandern mit Meerblick

Ich befinde mich nun am Scheitelpunkt der Wanderung. Mit dem Verlassen von Son Mico wird die Rücktour eingeläutet. Am Son Bleda befindet sich ein Hinweisschild „GR-221 Refugi de Muleta/Port Soller“. Folgt der Straße bis ihr in einer Kurve das Schild zum Restaurant „Bens D’Avall“ entdeckt und biegt hier rechts ab. Ihr geht nun recht unspektakulär einen guten Kilometer entlang dieser Straße. Links habt ihr einen tollen Blick auf das Meer.

Meerblick und Kiefern

TIPP: Bei Wanderungen im Januar/Februar solltet ihr die Pinien im Blick haben und die darin befindlichen Nester der Prozessionsspinnerraupen, die zu dieser Jahreszeit in den Bäumen hängen. Für Vierbeiner könnte der Kontakt mit den Raupen, die irgendwann aneinandergereiht zu wandern beginnen, lebensgefährlich und für Menschen sehr schmerzhaft sein.

Sobald ihr an einer Gabelung angenommen seid, haltet ihr euch rechts, passiert das rote GR 221 Schild und geht entlang eines Wohnhauses. Die gut ausgebaute Straße wird nach einhundert Metern zu einer unbefestigten Straße, doch Obacht: Auch wenn es den Anschein macht, man käme wieder in den Wald hinein: Autoverkehr findet weiterhin statt. Habt also trotz aller wunderbarer Natur, die euch gleich nach der Kurve erwartet, ein Ohr für herannahende Fahrzeuge.

Entspanntes Wandern in traumhafter Landschaft

Wunderschöner Wanderweg zwischen alten Olivenbäumen und mit Blick auf ein romantisches Landgut

Als ob ihr durch ein Zeittor schreitet, ändert sich plötzlich alles: eben noch auf einer asphaltierten Straße mit Zivilisation befunden, befindet ihr euch, nachdem ihr rechts abgebogen seid Richtung Refugi de Muleta, nun in einer riesigen Olivenbaumplantage. Für mich beginnt an diesem Punkt einer der schönsten Abschnitte dieser Wanderung. Teils hunderte Jahre alte unzählige knorrige Olivenbäume winden sich hier um die Wette, während im Hintergrund das Massiv der Tramuntana erhaben thront. In dieser Gebirgsebene macht es einfach Spaß zu gehen. Nach einer Weile kommt ihr an eine Abzweigung. Hier unbedingt links halten. Der Weg schlängelt sich zwischen den Olivenbäumen entlang, voraus seht ihr ein traumhaftes Landhaus mit blauen Fensterläden.

Wer jetzt noch kann, gönnt sich noch eine Extra-Runde

Immer wieder seht ihr die Holzpflöcke, sodass ihr euch praktisch kaum verlaufen könnt. Der Weg ist wirklich gut zu gehen, endlich mal ein Abschnitt, bei dem der Blick schweifen kann, weil man nicht darauf achten muss, wohin man tritt. Ihr bekommt auch wirklich eine Menge zu sehen, bis ihr nach einiger Zeit wieder auf eine Weggabelung trefft. Ihr habt nun zwei Optionen: Gerade aus weitergehen, entlang am Agroturismo Muleta de Ca S’Hereu und in 45 Minuten in Port de Sóller sein, um die Wanderung auf dem GR 221 auf Mallorca zu beenden oder links abbiegen in Richtung Refugi de Muleta, einer Herberge für Wanderer direkt an der Klippe und dem Leuchtturm von Port de Sóller. Ich entschließe mich für diese Extrarunde, die – ohne Pause – eine weitere Wanderstunde auf das Zeitkonto schlägt. Dass ich durch meine getroffene Wegewahl so reich belohnt würde, konnte ich in diesem Moment noch nicht ahnen.

Wegweiser zum GR 221

Jetzt wird es anspruchsvoll

Meine Wahl führt mich hinauf auf einen kurzen Geröllweg und passiere einen ersten Mauerdurchlass. Dahinter schlendere ich neugierig einen Kiespfad entlang, der sich zärtlich durch den Wald schlängelt. Mein Blick schweift immer wieder nach rechts auf die saftig wirkenden Wiesen und dem Bergpanorama, bis der Kies unter meinen Füßen immer größer zu werden scheint, und einige fiese Baumwurzeln das Wandern etwas behindern. Es ist dennoch ein schöner Weg, auf dem es Freude macht, unterwegs zu sein.

Ein Teilstück voller Überraschungen

Plötzlich befinde ich mich auf einem Terrain, welches ich als recht unwegsam aber keineswegs lästig oder unspannend bezeichne: Massive große Felsenbrocken und Steinplatten quetschen sich aus allen Richtungen aneinander und sorgen so für einen extrem unebenen Untergrund, der mich etwas an Pompeji erinnert. Es ist schon etwas mühselig, ich muss gewaltig aufpassen und teils etwas klettern, um diese Felsbrocken zu meistern. Umknicken und ausrutschen geht hier schneller als man denkt. Wanderschuhe sind spätestens hier wirklich von Nöten. Nach einem Zaundurchlass sieht man rechts das Meer in voller Pracht, während mich zwei Sekunden später von hinten sogleich vier Esel überraschenderweise begrüßen. Die Spannung auf dieser Wegstrecke soll einfach nicht enden.

Ein Esel steht im Wald

Der Weg führt nun hinab, rechts der traumhafte Blick auf Port de Sóller, die brachiale Felsenküste und das blaue Mittelmeer, was für ein sagenhafter Ausblick! Der Weg führt auf groben aber abgerundeten Steinen nun merklich nach unten, und ich spüre ihn in meinen Fußgelenken. Die rotbraune Färbung der Steine im Untergrund lassen erahnen, wie viele Menschen diese Passage in all den Jahren wohl genommen haben. Ein wahnsinnig schöner Streckenabschnitt, der pausenlos zum Fotografieren einlädt. Es gefällt mir hier richtig gut. Diesen sagenhaften Natursteinweg hat irgendein fleißiger Arbeiter vor zig Jahren in mühevoller und schweißtreibender Handarbeit mit seinen Händen gepflastert. Respekt vor dieser unfassbaren Leistung.

Beschwerlicher Natursteinweg mit Meerblick

Pause mit Traum-Ausblick und netter Gesellschaft

Nach einigen Mauerdurchlässen wird das Terrain flach und ich wandere gemütlich durch eine sanft hügelige Hochebene, das Meer links immer im Blick. Hier und da ein paar große aber feste Felsen unter den Sohlen, die man sehr gut bewältigen kann. Ich komme zu einer weiteren Gabelung mit Wegweisern und entschließe mich die fünf Minuten zum Refugio zu gehen. Dort nach bisher 2,5 Stunden Wanderung angelangt, genieße ich in diesem reizvollen Gebäude am Meer einen Café Cortado und spiele kurz mit den Hauskatzen, bevor ich mich auf die Mauer am Leuchtturm setze, um die unfassbar schöne Aussicht auf Port de Sóller zu genießen, bevor ich meine Wanderung auf Mallorca auf dem GR 221 bei Port de Sóller fortsetze.

Eine Katze sitzt auf der Mauer - dahinter blitzt tiefblau das Mittelmeer

Das letzte Stück beginnt

An diesem Punkt der Wanderung kann man nun die Straße hinab nach Port de Sóller laufen oder den Rückweg antreten durch die Berge. Ich wähle den beschwerlichen aber reizvollen Weg zurück durch die Natur, da ich gern noch am Agroturismo Muleta de Ca S’Hereu vorbeischauen möchte. Ich marschiere also die angezeigten 30 Minuten zurück, bis ich zu der Gabelung komme, an der ich links abbiege Richtung Port de Sóller. Der Weg führt ebenerdig durch den Olivenhain, sodass ich endlich auch mal wieder den Blick in die Ferne schweifen lassen darf, was vor lauter Geröll zuvor nur kaum möglich war.

Zeit für eine kleine Rast

Auf Höhe einer Baustelle eines alten Landsitzes schnörkelt sich der steinige Weg nun durch zahlreiche Terrassen und bewaldete Abschnitte, bis er schnurgeradeaus zum Hotel Muleta de Ca S’Hereu führt, welches sich auf der linken Seite befindet. In diesem Landhotel kann man während der Saison einkehren und ein leckeres Pa amp oli essen, während man sich von den Strapazen der Wegstrecke erholt, aber auch die wunderbaren Eindrücke Revue passieren lassen kann, die man auf dieser nunmehr fast vierstündigen Wanderung bekommt.

Blick von Oben auf die Bucht von Soller

Das letzte Stück der Rundwanderung auf dem GR 221 vom Agroturismo hinunter zum Start-/Zielpunkt ist ein Klacks denkt man. Kurz hinter dem kleinen Landhotel werde ich nochmal so richtig belohnt: Der Ausblick auf Port de Sóller und das Meer ist wirklich grandios und der Weg – ein schöner single trail – sehr malerisch. Nach einem letzten Zaundurchlass auf dieser Route des GR 221 wird es jedoch nochmal sehr anstrengend: Abertausende Steine wurden zu einem gefühlt nie enden wollenden und stetig hinab führenden Weg verlegt, der mir wirklich alles abverlangt und größte Aufmerksamkeit verdient. Wer hier Turnschuhe mit glatter Sohle trägt, muss nun höllisch aufpassen, nicht umzuknicken oder auszurutschen. Glück dem, der ein ordentliches Profil unter den Schuhen trägt.

Fazit: Die Wanderung lohnt sich!

Diese letzten 500 Meter auf meiner Wanderung bei Port de Sóller auf dem GR 221 auf Mallorca machen noch einmal deutlich, dass die Tramuntana kein Spaziergangrevier ist, sondern ein echtes Hochgebirge mit seinen Tücken aber auch eine übergroße Tüte Belohnungen für seine Besucher bereit hält. Also auf, Stiefel schnüren, Proviant bunkern und auf zu einer der schönsten Wanderungen auf dem GR 221 bei Port de Sóller auf Mallorca!


Literatur zum Thema Wandern

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Mallorca: Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 77 Touren. Mit GPS-Tracks

Mallorca GR 221: Route der Trockensteinmauern (Der Weg ist das Ziel)

Wandertouren für Langschläfer: 30 erlebnisreiche Halbtagstouren schildert der Wanderführer Mallorca. Falls Sie Mallorca mit Kindern entdecken möchten: Die Touren eignen sich für Familien.

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