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Rundwanderung zum Kloster La Trapa

Es gibt viele reizvolle Wanderstrecken auf Mallorca. Aber die Rundwanderung zum Kloster La Trapa schafft es mit Leichtigkeit in die Liste unserer Top-5 Geheimtipps. Atemberaubende Natur, eine abwechslungsreiche Wanderstrecke, unglaublich tolle Ausblicke auf das glitzernde Mittelmeer, die Dracheninsel und eine Priese mallorquinischer Geschichte sorgen dafür, dass diese abwechslungsreiche Wanderung noch lange im Gedächtnis bleibt.

Wanderung mit Blick auf die Dracheninsel

Nachdem wir kürzlich auf der Dracheninsel gewandert sind, war uns klar, dass wir die Region im Südwesten Mallorcas noch näher unter die Lupe nehmen müssen. Die abwechslungsreiche Natur des Tramuntanagebirges gepaart mit wundervollen Ausblicken auf das Mittelmeer weckten unsere Lust, erneut die Wanderstiefel zu schnüren und für euch eine weitere Strecke zu entdecken. Der Rundwanderung zum Kloster La Trapa.

Es ist noch früh am Morgen, ein milder Novembertag, der schönes Wetter verspricht. Im Moment sind wenige Urlauber auf Mallorca, so dass wir den Wanderweg fast für uns allein haben. Nur hin und wieder treffen wir Menschen und genießen die himmlische Ruhe und die herrliche Natur in vollen Zügen.

Wanderer im Wald zwischen Kiefern und Baumwurzeln

Der Start

Die Route zur Rundwanderung zum Kloster La Trapa startet etwas oberhalb von Sant Elm. Der Startpunkt befindet sich mitten im Wald, darum packen wir euch ans Ende dieser Beschreibung die Koordinaten, damit ihr nicht lange suchen müsst. Nachdem ihr euer Auto also geparkt habt, folgt dem Waldweg, bis ihr auf der rechten Seite ein verlassenes Haus vorfindet. Nun habt ihr die Qual der Wahl. Gleich vier Wege gehen von hier ab.

Wir empfehlen euch den Start in nördlicher Richtung – also geradeaus. Dann kommt ihr auf dem Rückweg auf dem von Osten kommenden Weg wieder zurück zum Startpunkt. Es geht direkt hinein in den dicht bewachsenen Kiefernwald, der für den Aufstieg angenehmen Schatten spendet. Dafür sind wir dann auch ganz bald sehr dankbar, denn es geht ordentlich bergauf. Wir haben fast den Eindruck, dass die rund 369 Höhenmeter gleich am Anfang besiegt werden wollen. Es geht über Waldwege, Schotter und Baumwurzeln, teils sehr steil bergauf. Der Weg ist anfangs nicht ganz klar erkennbar, doch wenn ihr euch immer nach oben fortbewegt, könnt ihr euch gar nicht verlaufen. Schon sehr bald könnt ihr, wenn ihr euch umdreht, das Meer zwischen den Baumwipfeln blitzen sehen. Und so kommt auch die Dracheninsel mit jedem Höhenmeter mehr ins Bild.

Frau lächelt in die Kamera. Hinter ihr liegt der Wald und der Blick auf das Meer

Tolle Aussicht und himmlische Ruhe inklusive

Nun wird auch der Wanderweg besser erkennbar, der euch geradewegs an der westlichen Seite des Gebirges entlang führt – immer mit Blick auf Sa Dragonera. Die Insel verdankt ihren Namen ihrer Form, die an einen schlafenden Drachen erinnert. Könnt ihr ihn erkennen? Wir sind hin und weg von der wunderschönen Natur und der himmlischen Ruhe, die uns umgibt. Tiefblau liegt das Mittelmeer ganz ruhig vor uns. Wenn ihr euren Blick nun nach unten schweifen lasst, werdet ihr die steinige Badebucht Cala en Basset entdecken, die türkisblau unter euch glitzert. Das Wasser ist an diesem Tag so klar, dass wir selbst von hier oben bis auf den Grund des Meeres schauen können. Wirklich wunderschön!

Eine Frau blickt auf die Berge und das Meer sowie auf die Dracheninsel auf Mallorca

Jetzt müsst ihr schwindelfrei sein – es lohnt sich!

Dieser Ort ist eine gute Gelegenheit, für eine kleine Pause und zum Kräftetanken. Denn nun folgt der etwas beschwerliche Teil der Wanderung. Über einen etwas breiteren Wanderweg geht es weiter bergauf.

Ein Mann klettert am Felsen empor - unter ihm das Meer

Kurz darauf ist kein Wanderweg mehr zu erkennen und ihr müsst euch durch das schroffe Gebirge kämpfen. Links könnt ihr noch einmal den Blick auf die Bucht werfen, ehe es rechterhand über einen schmalen Klettersteig steil nach oben geht. Es kostet wohl etwas Überwindung, ist aber wirklich nur ein kleines und recht ungefährliches Stück, das auf allen Vieren gut zu bewältigen ist. Nach einer kleinen Kletterpartie könnt ihr auf dem Plateau den Blick über die hinter euch liegende Wanderstrecke, das Meer und das nun vor euch liegende Trappistenkloster La Trapa werfen.

Mann schau sich ein Infotafel an

Das Trappistenkloster La Trapa

Nach der Anstrengung der letzten Meter ist der nun folgende Weg wieder ein kleiner Spaziergang. Über eine kleine Leiter betretet ihr nun das Grundstück des Trappistenklosters.

Das 800.000 Quadratmeter große Anwesen befindet sich in privater Hand, darf aber besichtigt werden. Überall geben zahlreiche Infotafeln Auskunft über die Geschichte des Trappistenklosters und über die umgebende Fauna und Flora.

Eine Frau im Gespräch mit einem alten Mann

Wir treffen den 79-jährigen Miguel, der an diesem zauberhaften Ort sein Lebenswerk gefunden hat. Er erzählt uns mehr über diesen besonderen Patz. Einst lebten hier nämlich die aus der Normandie stammenden Mönche, die in den Bergen 1810 einen Zufluchtsort gefunden haben. Kaum zu glauben, doch das weitläufige Anwesen wurde aufwändig bewirtschaftet und überall finden sich noch heute die alten Getreidefelder. Falls ihr euch fragt, was das für ein großer, runder Platz ist. Auf dem historischen Dreschplatz wurde seinerzeit das Korn mit Hilfe von Mulis ausgetreten. Es ist übrigens einer der größten Dreschplätze der Balearen. Auch die historische Kornmühle ist heute noch zu besichtigen.

Alter Dreschplatz mit Kiefer und Blick auf das Meer
Eine alte Ruine, in der sich früher die Mühle befand.

Ein großer Traum für diesen besonderen Ort

Das Trappistenkloster La Trapa auf Mallorca

Miguel berichtet uns mit Begeisterung in den Augen, dass sie damals das Grundstück gekauft haben, um es vor dem Verfall zu schützen. Sonst wäre dieser zauberhafte Ort wohl dem Bauwahn auf Mallorca zum Opfer gefallen. Heute kümmert sich die Vereinigung GOB (Group for Ornithology and the Defence of Nature) um den Wiederaufbau und Schutz des weitläufigen Anwesens. Später einmal soll dieser Ort eine Zuflucht werden für Naturliebhaber, Ornithologen oder Astronomen. Auch ein Ort für Yoga und für die innere Besinnung wäre denkbar. Doch bis dahin liegen vor Miguel und seinem Team noch viel Arbeit.

Bitte unterstützt Miguel und sein Team bei der Arbeit!

Die geht viel zu langsam voran, wie er uns berichtet. Denn der Fortschritt ist abhängig von privaten Spendengeldern, mit denen sich die gemeinnützige Organisation GOB trägt. Daher eine große Bitte, denn dies ist ein wirklich wundervoller Ort, der wirklich schützenswert ist. Am Eingang findet ihr eine Spendenbox – Miguel wäre euch dankbar, wenn ihr den ein oder anderen Euro zur Unterstützung seiner Arbeit beisteuern könntet. Übrigens sucht Miguel auch immer nach Work-and-Travel Unterstützung. Falls ihr also das Projekt tatkräftig unterstützen möchtet, wendet euch gerne direkt an trapa@gobmallorca.com

Was für eine Aussicht!

Nach diesem interessanten Gespräch gehen wir weiter zum Aussichtspunkt. Wenn ihr jetzt glaubt, ihr habt die Dracheninsel und die darunterliegende Bucht doch nun schon zur Genüge gesehen, dann lasst euch versichern: von jedem Winkel dieser Wanderung sieht die Umgebung wieder anders aus und wir sind abermals hin und weg von unserem Ausblick auf dieser Rundwanderung zum Kloster La Trapa.

Blick auf die Dracheninsel und das Meer
Blick auf das Meer
Blick auf die Dracheninsel und das Meer

Es geht zurück

Nun machen wir uns langsam auf den Rückweg. Wir verlassen die Klosteranlage wieder über den Eingang und folgen dem Weg linkerhand weiter bergauf. Es geht fast bis hinauf zum Gipfel, von dem ihr noch ein letztes Mal den Blick über die Dracheninsel und die Klosteranlage schweifen lassen könnt. Jetzt beginnt der Abstieg.

Blick auf La Trapa, das Meer und Sa Dragonera, die Dracheninsel auf Mallorca

In nicht enden wollenden Serpentinen schlängelt sich der Weg hinab ins Tal. Es ist etwas beschwerlich, da wir immer wieder auf dem steinigen Boden ins Rutschen geraten. Aber mit guten Wanderschuhen ist auch das gut zu machen. Die Landschaft ist auch hier wieder abwechslungsreich. Schroff ragen die Felsen empor, weit schweift das Auge über unberührte Berglandschaft und am Horizont blitzt das Mittelmeer. Ein Traum! Wir treffen unterwegs viele Wanderer, die sich mühevoll die Serpentinen nach oben quälen. Es ist natürlich Geschmackssache. Doch da der Weg hier wenig Schatten bereithält und man fast durchgehend nur auf die schier unüberwindbare Felswand schaut, erscheint uns der Weg in anderer Richtung deutlich reizvoller und abwechslungsreicher.

Nach gut drei Stunden (okay, wir haben deutlich länger gebraucht, denn es mussten hunderte Fotos geknipst werden und zwei kleine Picknick-Pausen zum Genießen und Entspannen waren auch dabei) endet die Wanderung wieder im Waldweg. Von hieraus gelangt ihr geradewegs zum Startpunkt eurer Route.

Die Anfahrt

Den Startpunkt der Wanderung findet ihr unter folgenden Koordinaten:

DG: 39.589715, 2.355869

GMS: 39°35’23.0’N 2°21’21.1E

Der Startpunkt der Wanderung befindet sich im Wald. Einen offiziellen Parkplatz sucht ihr also vergeblich. Doch es gibt entlang des Waldweges einige Buchten, in denen ihr mit etwas Glück einen Parkplatz findet. Ansonsten müsst ihr weiter unterhalb im Ort parken und noch einige Meter weiter zurücklegen.

Ein Waldweg

Hier entdeckt ihr im Wald ein verlassenes Haus, von dem aus vier Wege abgehen. Folgt am besten der Straße genau geradeaus in nördlicher Richtung (im Foto genau in der Mitte) in den Wald steil bergauf. Da es sich hier um einen Rundweg handelt, kommt ihr am Ende eurer Wanderung auf dem östlichen Weg wieder zurück. Wie bereits beschrieben: Man könnte theoretisch die Tour auch andersherum gehen. Dies ist aber unserer Meinung nach deutlich weniger spannend, da dann der Aufstieg kilometerlang mit Blick auf den Bergrücken in praller Sonne in Serpentinen bergauf geht. Der Blick ist deutlich reizvoller, wenn ihr die Tour in nördlicher Richtung startet. Zudem bietet der Waldweg für den Aufstieg erholsamen Schatten.

Gut zu wissen

Die Strecke ist etwa 6 Kilometer lang. Für die Rundwanderung zum Kloster La Trapa müsst ihr gut 3 Stunden reine Wegzeit einplanen. Es geht 369 Höhenmeter hinauf und ihr werdet mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Es gibt unterwegs weder einen Kiosk oder einen Mülleimer (auch nicht im Kloster). So dass ihr für genügend Proviant sorgen solltet. Für die weniger schattigen Abschnitte, lohnt ein Sonnenschutz. Hunde sind erlaubt, aber an der Leine zu führen. Da die Strecke durchaus sehr felsig und teils rutschig ist, sind gute Wanderschuhe empfehlenswert. Für die Kletterpassage könnten auch Handschuhe hilfreich sein. Wir sind die Strecke übrigens zu zweit gegangen. Normalerweise begleitet uns unser fast 10-jähriger Sohn auf unseren Touren. Wahrscheinlich hätte auch er die Strecke gut geschafft. Lediglich die kurze Kletterpassage verlangt Aufmerksamkeit und man sollte schwindelfrei sein. Mit deutlich jüngeren Kindern würden wir die Route allerdings nicht empfehlen.

Wunderschöner Ausblick auf die Dracheninsel und das Mittelmeer

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